Gesangverein Eintracht 1863 e. V. Limburg an der Lahn
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Ein “etwas anderes“ Konzert

Zu einem außergewöhnlichen Konzert hatte der Gesangverein „Eintracht Limburg 1863“ in das Bürgerhaus Staffel eingeladen, etwas außergewöhnlich deshalb, weil die Einladung ausdrücklich zu einem „Tischkonzert“ erfolgte.

Was ist eigentlich ein „Tischkonzert“? Kurz gesagt: Als Tischkonzert bezeichnet man ein Konzert, das an oder rund um einen oder auch um mehrere Tische stattfindet – meist mit unmittelbarer Nähe zwischen Musizierenden und Publikum und ohne Inanspruchnahme einer Bühne. Tischkonzerte schaffen nicht nur eine besondere Nähe, man hört nicht nur die Musik, man erlebt auch die Menschen dahinter. Ein Tischkonzert ist auch bei Reihenbestuhlung möglich und eine gute Möglichkeit, ohne große Zeitverluste aufzutreten und ein sehr direktes Publikumserlebnis zu schaffen. Historisch gesehen waren Tischkonzerte vor etwa zweihundert Jahren wahrscheinlich die Vorläufer und auch die Anlässe zur Gründung von Gesangvereinen in unserer Heimat. Auch die Wurzeln der „Eintracht“ reichen in das frühe 19. Jahrhundert, denn aus dem Männerchor „Concordia“ von 1818 und dem Domchor aus dem Jahr 1827 ist im Jahre 1863 durch Fusion der gemischte Chor der „Eintracht“ hervorgegangen. Die deutsche Übersetzung des lateinischen „Concordia“ wurde dabei als neuer Name gewählt. Die „Eintracht“ ist somit mit ihren 208 Jahren der älteste noch aktive Gesangverein im Bereich des damaligen Herzogtums Hessen-Nassa, das von 1806 bis 1866 bestanden hatte.

Für ihr Tischkonzert hatte die „Eintracht“ zwei befreundete Chöre eingeladen, zum einen den Frauenchor „Die Mimos“ aus Staffel und zum anderen den Männergesangverein „Fidelio“ aus Eschhofen mit dessen Dirigenten Mario Siry. Zusätzliche musikalische Abwechslung brachte das Erwachsenen-Ensemble „Evergreens“ der Kreismusikschule Limburg unter Leitung von Stephan Kramer. Die Chöre und das Ensemble platzierten sich jeweils um die Zuhörer herum, die inmitten des Saales ihren Platz gefunden hatten. So standen und saßen auch die Sängerinnen, Sänger und Musiker mitten im Geschehen. Dadurch konnte eine ganz besondere Nähe zwischen den Musizierenden und dem Publikum erzeugt werden.

Der abwechslungsreiche Programmablauf, den “Eintracht“- Chorleiter David Fritzen ausgetüftelt hatte, der nach der Begrüßung durch Präsident Richard Sauer auch die Moderation übernommen hatte und auch die „Mimos“ dirigierte, sorgte für einen ständigen Wechsel unter den Chören: Ein Liedbeitrag kommentierte gewissermaßen den vorangegangenen, um selbst wieder kommentiert zu werden.

Selbstverständlich kam auch das gemeinsame Singen mit dem Publikum nicht zu kurz: Als große Chorgemeinschaft wurden in kürzester Zeit zwei Kanons (oder auch Kanones) eingeübt und anschließend mit Begeisterung gemeinsam gesungen. Einige Mutige haben auf der freien Saalfläche sogar ein Tänzchen gewagt.

Unterschiedliche Chorklänge aus dem frühen 13. Jahrhundert bis heute − Frauenchor, Männerchor und gemischter Chor − und instrumentale Beiträge wechselten sich ab und sorgten dafür, dass das Programm nicht langweilig wurde. Das Singen in ungezwungener Atmosphäre am Tisch, mal im Stehen und mal im Sitzen, ohne Unterbrechungen durch Auf- und Abgehen von Chören, machte diesen Abend zu einem kurzweiligen besonderen Erlebnis.

Die Resonanz auf das Konzert fiel bei Mitwirkenden und Publikum sehr positiv aus. Es war ein geglückter Versuch, etwas Neues zu wagen. Man kann immer etwas noch verbessern, möglicherweise ergeben „Feedback “ und die Nachbereitung, was noch besser werden kann, es ist bereits angestoßen. Es wäre schön, wenn diese Art der Veranstaltung eine Fortsetzung finden würde. Das Potenzial dazu hätte dieses Format allemal.

 

 

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